KfJ - Kunstwerkstatt Werl e. V. Malschule

Was will Kunst, und wozu ist sie eigentlich da? Wie bilden sich Meinungen und unterschiedliche Auffassungen von Kunst? Wann ist etwas Kunst? Zu all diesen Fragen braucht es Kommunikation mit Betrachtern über deren subjektiven Blick auf die Kunstwerke. Egal, ob angeregt und begeistert oder verständnislos und empört. Kunst hinterfragt, reflektiert, erzählt von Entwicklungen und gestaltet so die Gesellschaft, deren Ansichten und Wertvorstellungen. Deshalb ist sie unverzichtbar Teil einer jeden Kultur. Kunst zieht uns an oder stößt uns ab, weil sie etwas in uns selbst offenbart. In den Augen der Betrachter gewinnt Kunst ihre Bedeutung, öffnet unseren Blick, lässt uns innehalten, bewegt uns weiterzudenken und Dinge anders wahrzunehmen. Sei es mit Gefühl oder Verstand. Die Auseinandersetzung mit Kunst lehrt uns zu- und hinzuhören und übt uns in Toleranz für die Meinung und das Urteil Andersdenkender.

Die Freiheit der Kunst ist nicht von ungefähr der Prüfstein für eine demokratische Gesellschaft, an dem sich Meinungsfreiheit und Toleranz manifestieren. Im Umgang mit Künstler*innen und deren Werken beweist sich, wie viel individuelle Freiheit eine Gesellschaft bereit ist auszuhalten.

Das neue Projekt der Kunstwerkstatt Werl e. V. setzt gerade in einer Zeit, in der es coronabedingt still um die Kunst geworden ist, ein Zeichen. Denn mit jedem Tag spüren wir, was uns fehlt. Theater, Museen, Kinos sind geschlossen. Was uns bleibt, ist die zugängliche Kunst im öffentlichen Raum. Einfach so und by the way an Straßenkreuzungen und auf Plätzen. Fast überraschend fallen uns plötzlich Kunstwerke auf, die wir bisher vielleicht nicht mal wahrgenommen haben. Kunst im öffentlichen Raum ist KUNST FÜR JEDERMANN. Nehmen wir uns doch die Zeit, sie eingehender zu betrachten und darüber ins Gespräch mit anderen zu kommen. Das schärft unsere Sinne, dient der Unterhaltung und fördert unsere Fantasie. Was will man mehr? Ich wünsche dem tollen neuen Projekt der Kunstwerkstatt Werl e. V. Malschule einen möglichst großen Erfolg.

Ihr

Joe Bausch

ehrenamtlicher Geschäftsführer

Kunstwerkstatt Werl e. V.

Projektteilnehmer*innen

Sophie Brotzmann

14 Jahre

„Das Thema ist interessant und es ist nice, mit Ton zu arbeiten. Außerdem macht Kunst mir Spaß.“

Umweltschutz Diese Tonarbeit soll die Menschen darauf hinweisen, dass man mehr auf die Natur achten sollte. Man muss vorsichtig mit der Natur umgehen und diese schützen, denn wenn man das nicht tut, wird es bald vielleicht keine Bäume etc. mehr geben.

Puzzle Ich wollte mit dieser Arbeit ausdrücken, dass das Leben nicht immer perfekt läuft (das Puzzle/Leben ist manchmal auch durcheinander). Aber im nächsten Moment kann alles wieder gut werden, auch wenn der Weg dahin vielleicht so schwer ist wie ein Puzzle. Trotzdem wird es irgendwann funktionieren.

Bruno Dröge

11 Jahre

„Bei dem Projekt habe ich mitgemacht, weil uns das in der Kunstwerkstatt Werl (#Werbung) angeboten wurde und ich es interessant fand.“

We are the World Mich inspirierte das gleichnamige Lied, das, wie ich finde, sehr passend ist.

Das Auge Ich finde, dass wir zu sehr von Technik ausspioniert werden. Deswegen das Auge.

Carl Dröge

13 Jahre

„Das Miteinander in der Malschule finde ich cool. Außerdem macht es mir Spaß, eigene Kunstwerke zu entwerfen und zu formen.“

Earth Man muss daran denken, dass es nur eine Erde gibt. Deshalb muss man sie pflegen.

On-Ears Manchmal muss man einfach mal chillen. Musik kann alles sein: fröhlich, traurig, wütend, müde, ...

Laurina-Vionna Elsner

13 Jahre

„Ich habe an dem Projekt teilgenommen, weil es Spaß macht.“

Und immer ein Handy!!! Menschen sollten nicht mehr so viel auf das Handy gucken. Dann kann man reisen und in dieser Welt die Menschen, Wesen oder Tiere entdecken.

Linn Gehrke

10 Jahre

„Da ich gerne zeichne, male und zur Malschule gehe, habe ich an diesem Projekt teilgenommen.“

Die Zwillinge Die Zwillinge sind meine Sternzeichen. Sie haben vieles gemeinsam, so wie wir gemeinsam haben sollten, dass wir gute Menschen sind.

Der Pilz Der Pilz soll denen, die ihn für etwas Gutes brauchen, Glück bringen.

Theresa Haarmann

12 Jahre

„Ich finde toll, dass wir kreativ werden. Besonders Spaß gemacht hat das Abzeichnen von Häuserausschnitten (Urban Sketching).“

Note Ich glaube, wir sollten selbst Musik machen, anstatt sie nur zu hören. Deswegen habe ich Noten geformt.

Zeit Wir kommen nicht zur Ruhe. Unser Tag ist bis auf die letzte Minute durchgetaktet; deshalb die Uhr.

Linus Klein

9 Jahre

„Ich male gerne, da es Spaß macht. Daher nehme ich auch an diesem Projekt teil.“

Die Friedenswaffe Waffen sind blöd. Ich hoffe, es gibt keinen Krieg mehr. Denn Krieg ist blöd. Dann wirst du selbst noch schlimmer.

Timon Koitka

9 Jahre

„Ich gehe gerne in die Malschule, weil es mir hier Spaß macht und weil ich hier kreativ sein kann.“

Fußballkönig Werl braucht eine neue Turnhalle.

Souhardo Mahmud

9 Jahre

„Ich mag die Malschule, weil es mir Spaß macht. Ich mag lieber malen und zeichnen als mit Ton arbeiten.“

Herzen Wir müssen überall Liebe hinbringen, um Krieg zu vermeiden und Streit und Kämpfe auch, denn die Liebe gibt es fast nicht mehr. Außerdem muss man die Natur schützen.

Nicht richtig gucken Die Welt ist unsere Heimat. Wir müssen sie schützen; aber manche Leute gucken schöne Dinge kaum an und ignorieren sie.

Anastasia Molleker

11 Jahre

„Ich gehe in die Malschule, weil es hier Spaß macht. Da kann man malen, basteln und mit Ton arbeiten. Das Gute ist, dass ich jeden kenne und ich immer weiß, dass ich dieser Person vertrauen kann.“

Geschützt werden Ich dachte an Schutz. Der Regenschirm schützt uns vor Unwetter, warum denn nicht vor Unglück? Ich dachte auch an Zusammenhalt, weil man zusammen stärker und außerdem nicht einsam ist. Man könnte auch sagen, dass in der Mitte eine Gefahr ist, vor der die Personen wegrennen, aber sie bleiben immer zusammen und sind somit stark und geschützt.

Rettung der Flüchtlinge Ich hatte einen Krankenwagen im Sinn, weil ich mir wünsche, dass alle Flüchtlinge oder auch überhaupt alle Menschen frei sind und vor keiner Gefahr flüchten müssen.

Henri Rest

13 Jahre

„Ich nehme an dem Projekt teil, weil es mir Spaß macht, mit meinen Freunden in der Malschule Kunstwerke zu gestalten.“

Light Es sollte mehr Licht in Werl geben, um die Stadt zu verschönern. So wie dieses Graffiti.

One moment Erinnere dich an die guten Momente zurück!

Janne Römer

12 Jahre

„Ich mag es, kreativ zu sein und male und zeichne gerne. In der Kunstwerkstatt bin ich, weil es eine gute Möglichkeit ist, in der Woche mindestens einmal zu malen, auch wenn ich sonst keine Zeit habe. An dem Projekt habe ich teilgenommen, weil es mir Spaß macht.“

ohne Titel Ich hab keinen passenden Titel gefunden, weil „Das Buch“ sich zu flach anhört. Ein Buch kann jemanden in eine andere Welt versetzen, und ich liebe es zu lesen.

Yunus Yilmaz,

11 Jahre

„In der Kunst kann nichts die Fantasie und die Kreativität aufhalten. Aus einem weißen Blatt Papier oder einem braunen Klumpen Ton kann man ein wahres Kunstwerk erschaffen.“

Butler Der Butler soll nicht die Hauptfigur sein, sondern nur „nebenbei“ da sein, wie es auch in der Wirklichkeit so ist. Deshalb ist er nicht in knalligen Farben dargestellt.

Die heutige Welt Mein Kunstwerk soll die heutige Welt bzw. den Anteil an Natur und Umweltverschmutzung (und Digitalisierung) zeigen.

Masken - eine uralte Ausdrucksform der Menschen

Seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 sind Masken aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Gemeint sind die Gesichtsbedeckungen zum Schutz vor Infektionen. Die eingangs benutzten Alltagsmasken aus Stoff wichen wenig später den sogenannten OP- und FFP2-Masken, die zu tragen sogar Vorschrift wurde. Aber was sind Masken im ursprünglichen Sinn? Wer hat sie „erfunden“ und wann tauchten sie erstmalig auf?

Der Begriff „Maske“ ist eine Ableitung des arabischen Wortes „mahara“, was so viel wie „Narr, Posse, Hänselei oder Scherz“ bedeutet. Masken bestehen je nach Entstehungszeit und -ort aus Pflanzenteilen, Leder, Holz, Ton, Stoff, Metall oder auch Kunststoff. Ihr Ursprung liegt in kulturellen oder religiösen Riten. Sie hatten und haben noch heute sehr unterschiedliche Funktionen.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Rituell motivierte Masken sollten vornehmlich die Machtposition des Trägers in der Gemeinschaft demonstrieren und wurden nach strengen Vorschriften gefertigt. Daraus entwickelten sich später die Totenmasken, die dem Gesicht des Verstorbenen nachempfunden waren und dazu dienten, dem herumirrenden Geist den Weg zu seinem Körper zurückzuweisen. Auch die Theatermasken des antiken Griechenlands entstanden vermutlich aus rituellen Masken. Im Rahmen des Dyonisuskultes führte man Tänze sowie mit Chören hinterlegte Tragödien und Komödien auf. Um die Figuren der Geschichte leicht wiedererkennbar zu machen, stellte man klar definierte und leicht identifizierbare Masken her. Und um die Gefühle des Charakters besser zum Ausdruck bringen zu können, entstanden die lachende Maske für die Komödie und die traurige Maske für die Tragödie. Im Mittelalter dann entstanden die Schandmasken, welche meist aus Metall bestanden und von Gerichten für Bestrafungen benutzt wurden. Es sollte dargestellt werden, wie die Person von der Gesellschaft gesehen wird. Wenn sich beispielsweise jemand „wie ein Schwein“ benommen hatte, indem er andere verleumdete, so bekam er einen eisernen Eberkopf aufgesetzt, der den Gebrauch der Zunge behinderte.

Mit dem Aufkommen des Karnevals etablierte sich die Maske im europäischen Raum und es entstand im 17./18. Jahrhundert die Gewohnheit, Masken auch außerhalb der Karnevalszeit als Modeutensil zu tragen. Besonders beliebt waren diese (Halb-) Masken beim Adel, der Maskenbälle veranstaltete, um dessen Macht und Reichtum zur Schau zu stellen. Zudem verliehen sie dem Träger Anonymität.

Bis heute werden Masken zu Festen wie Karneval, Halloween oder Fasching getragen. Allerdings hatte die durch die Maske verliehene Anonymität auch negative Auswirkungen: Gewalt und Anzahl von Straftaten stiegen rapide an; der maskierte Täter hatte bessere Chancen, nicht entlarvt zu werden!

Finn Piwowarcyk

Quelle: https://studienart.gko.uni-leipzig.de/antike-poster/2018/07/03/masken-und-ihre-geschichte/

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