KfJ - Nachwort Petra Kook

Petra Kook

Projektleiterin und freischaffende Künstlerin

kookismus

www.kookismus.de

Das Projekt „KUNST FÜR JEDERMANN“ ist abgeschlossen. Endlich!

Das erste Mal, seit ich denken kann, konnte ein von mir initiiertes und geleitetes Kunst-Projekt nicht innerhalb der geplanten Zeitspanne abgeschlossen werden, weil besondere Umstände dies verhinderten. Die durch das SARS-CoV-2-Virus verursachte Pandemie legte nicht nur unser bislang gewohntes Leben auf Eis, hinderte uns alle nicht nur daran, unseren als selbstverständlich erachteten Verpflichtungen, Gewohnheiten und Bedürfnissen nachzugehen, sondern schränkte uns auch dort ein, wo es besonders schmerzhaft war und ist: in der Begegnung mit anderen Menschen, ob beruflich, schulisch, hobbymäßig oder ganz privat.

Diese tiefgreifende Erfahrung machten auch die Teilnehmer*innen dieses Projektes. Gestartet voller Motivation Anfang des Jahres 2020, als man sich unter Corona gar nichts oder alles andere als mehrere Pandemiewellen und die daraus resultierenden Beschränkungen vorstellen konnte, durfte „KUNST FÜR JEDERMANN“ nur schrittweise, mit Etappenpausen und unter Einhaltung strikter Hygieneauflagen umgesetzt werden. Allen Teilnehmer*innen ein großes Kompliment für ihr Engagement, ihr Durchhaltevermögen und ihre Zuversicht! Dafür danke ich jedem Einzelnen.

Danksagen möchte ich aber außer den Teilnehmer*innen unbedingt auch all denen, die in jedweder Form an der Planung und Umsetzung des Projektes beteiligt waren; da sind beispielsweise zu nennen: die Vorstände der Kunstwerkstatt Malschule und des Kunst- und Kulturvereins, die Sponsoren (heimische Banken ebenso wie Privatpersonen), die ortsansässige Presse, die Praktikanten der Malschule sowie Freunde und Bekannte, die uns in irgendeiner Weise unterstützt haben.

KUNST FÜR JEDERMANN. Der Projekt-Titel klingt gängig, aber denkt man genauer darüber nach, so fragt man sich vielleicht: Gibt es das überhaupt? Kunst, die jedermann anspricht? Kunst, die jedermann versteht? Kunst, die jeder als solche bezeichnen würde? Und: Wann ist denn etwas überhaupt Kunst?

Natürlich haben wir keine pauschalen Antworten dafür gefunden. Das lag auch nicht in unserer Absicht. Wir wollten vielmehr zeigen, dass es tatsächlich viele Kunstwerke in Werl gibt, die größtenteils schon sehr lange in Werl präsent sind, aber weder wirklich wahrgenommen werden noch individuell bekannt sind! Und genau darin lag der Ansporn für dieses Projekt: den Bürger*innen die Werler Kunst des öffentlichen Raumes näherzubringen, sie kennenzulernen, sie zu hinterfragen, die Betrachter zu einem Diskurs anzuregen. Und das beginnt natürlich bei dem jeweiligen Kennenlernen vor Ort.

Unsere Projektteilnehmer*innen ließen sich darüber hinaus zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den einzelnen Kunstwerken inspirieren. So entstand eine bunte Vielfalt an Arbeiten. Besonders beeindruckt haben mich die zahlreichen und zum Teil ungewöhnlichen Ideen der Kinder, die eine erstaunliche Aktualität widerspiegeln: ein Rettungswagen, der auf die notwendige Lösung des Migrantenproblems hindeutet, ein Gewehr mit einem Knoten als Hinweis auf die permanente internationale Friedensproblematik, eine Uhr, die die Gefahren des Klimawandels anmahnen soll!

Wie wird es weitergehen? Welches Projekt ist als nächstes angedacht? Das kann ich nicht genau sagen, aber eines ist sicher: Kunst ist nicht zuletzt das, was gefällt. Und solange es Menschen gibt, die Freude daran haben, sich in künstlerischer Form mit ihrer Lebenswirklichkeit auseinanderzusetzten, solange wird es weitergehen, für die Kunstwerkstatt, für den Kunst- und Kulturverein, für alle Begeisterungsfähigen und Kreativen. Und solange es Unterstützer gibt, solange werden vor allem auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien die Chance haben, an solchen Projekten teilzunehmen und zu erfahren, dass bunte Vielfalt und Verschiedenheit Akzeptanz genießen und auch Stärke bedeuten können.

In diesem Sinne – entdecken Sie die Kunstlandschaft Werls im öffentlichen Raum und vielleicht auch den Künstler in sich selbst!

Ihre 

Petra Kook

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